Nähere dich ruhig und prüf, ob das Tier sicher ist
Bevor du nach dem Halter suchst, sorg dafür, dass weder dir noch dem Tier etwas passiert. Ein gefundener Hund ist oft verängstigt, hungrig und misstrauisch, und eine verschreckte Katze kratzt schon mal blind um sich. Beug dich nicht von oben über es und schau ihm nicht direkt in die Augen, denn für ein Tier ist das ein Zeichen von Bedrohung. Geh seitlich in die Hocke, sprich leise und lass es zuerst auf dich zukommen.
Läuft das Tier an einer belebten Straße frei herum, ist das Wichtigste, es von der Fahrbahn wegzubekommen, notfalls mit einer aus Gürtel oder Schnur improvisierten Leine. Ist es sichtlich verletzt oder aus Angst aggressiv, geh kein Risiko allein ein. Ruf das Ordnungsamt oder den Tierschutz an, denn für solche Lagen gibt es geschulte Leute mit der passenden Ausrüstung.
Prüf Halsband und Marke, bevor du irgendwo anrufst
Der schnellste Weg nach Hause führt um den Hals des Tieres. Schau, ob es ein Halsband trägt und daran eine Marke. Eine klassische Gravur nennt dir einen Namen und eine Telefonnummer, die du einfach anrufst. Immer öfter triffst du aber auf eine Marke mit QR-Code oder NFC-Chip. Dann musst du nichts abschreiben, sondern hältst dein Handy dran oder scannst den Code mit der Kamera.
In wenigen Sekunden öffnet sich das Profil des Tieres. Du siehst seinen Namen, ein Foto, manchmal den Hinweis, dass es vermisst wird, und einen Knopf, mit dem du den Halter sofort anrufst oder anschreibst. Du legst kein Konto an und lädst nichts herunter. Ein Antippen, und am anderen Ende meldet sich jemand, der sich krank vor Sorge um sein Tier macht.
Trägt das Tier gar nichts, heißt das noch nicht, dass es herrenlos ist. Viele Hunde und Katzen verlieren unterwegs ihr Halsband. Der nächste Schritt ist deshalb, es auf einen Chip prüfen zu lassen.
Wem du das Fundtier meldest und wo du den Halter suchst
Bring das Tier zur nächsten Tierarztpraxis oder ruf dort an. Ein Tierarzt liest den Mikrochip kostenlos aus, und ist das Tier gechipt, führt die Nummer zu den Daten des Halters. Das ist die sicherste Spur, wenn keine Marke da ist.
Ein Fundtier meldest du am besten auch offiziell. Meist heißt das: beim Ordnungsamt oder Fundbüro deiner Gemeinde, die dich an das zuständige Tierheim verweisen. Du musst es nicht auf der Stelle abgeben. Du kannst dich vorerst selbst darum kümmern, solange du formell gemeldet hast, dass es aufgetaucht ist.
Gleichzeitig verbreite die Nachricht im Netz. Stell ein klares Foto, Ort und Zeit des Fundes in lokale Gruppen und auf Vermisstenseiten. Nenn nicht gleich jedes besondere Merkmal. Halt eines zurück, damit du prüfen kannst, ob sich der echte Halter meldet und kein Trittbrettfahrer.